"Sie können sich doch konzentrieren, dann ist es kein ADHS"

"Wer Abitur hat oder studiert, kann kein ADHS haben"

"Bei interessanten und herausfordernden Situationen kann ich mich immer super konzentrieren"

"Mein Kind kann stundenlang Playstation spielen, dann soll es Konzentrationssstörungen haben?"

"Man müsste es doch dann auch neuropsychologisch objektiveren können, wenn es ADHS ist"

 

 

Wenn man nun oberflächlich sich mit ADHS beschäftigt, so scheinen doch die typischen Beeinträchtigungen im Bereich der motorischen Hyperaktivität und Impulsivität bei Erwachsenen gar nicht mehr vorhanden zu sein – und können beim sogenannten unaufmerksamen Subtyp von ADHS sogar ganz fehlen bzw. „versteckt“ auftreten.

 

Auch die Aufmerksamkeitsdefizite werden erst bei einer ausführlicheren Beschäftigung mit ADHS deutlich. Geht es doch nicht (allein) darum, dass man sich nicht konzentrieren kann. Vielmehr ist die Steuerung / Regulation der Aufmerksamkeit betroffen bzw. besteht eine besondere Reizoffenheit, die unter bestimmten Anforderungen zu starker Ablenkbarkeit bzw. Problemen im Bereich der Daueraufmerksamkeit führen.

Dagegen ist bei interessanten, herausfordernden Aufgabenstellungen (z.B. im Notfall,  unter Wettkampfbedingungen, aber auch Druck „in

letzter Minute“) sogar eine besonders gute Leistung möglich.

 

Als Hyperfokkussierung bezeichnet man einen Zustand, bei dem sich ADHSler besonders stark auf eine Sache konzentrieren (z.B. Playstation oder interessante Aufgaben), die Konzentration aber auf andere Dinge nicht (um)lenken können.

Typisch für ADHS ist also nicht ein Mangel an Aufmerksamkeit, sondern die fehlende Fähigkeit die Aufmerksamkeit situationsangmessen zu steuern und über einen längeren Zeitraum aufrecht zu halten